Sieben Mädels auf der ALMOST FREE!
Kairos überholt Kronos
November 2016 im Saronischen Golf

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Samstag, 29. Oktober 2016

Ich war ja schon 10 Tage hier und zog meinen Krimskrams von der MARKONI auf die ALMOST FREE um. Katrina und Diana, ihre Tochter halfen, die Lebensmittelreste auf die Bavaria50 zu schaffen und dann wollten wir zum Supermarkt.

Am Stegende der Marina Alimos/Athen hielt uns ein junger Mann auf. Ob wir seinen Einkaufsservice testen wollten. Er versprach moderate Preise und freien Lieferservice. Wir schauten also in den Laptop von diesem Thomas, der sein business aufbauen wollte und arbeiteten uns durch die Website. Wasser, Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln, Bier, Tomatenpü und Nudeln bestellten wir, aber der Feta zu 7 Euro war uns zu teuer, ich kannte ja die Preise. Einen 10 Liter Plastiksack Rotwein zu 28 Euro war auch noch im Warenkorb. Wir zahlten mit EC-Karte und tatsächlich war eine gute Stunde später die Lieferung am Schiff. Super, Mann. Ich werde dich weiterempfehlen.
www.yachtness.gotech.gr

Was wir noch so brauchten, holten wir im Supermarkt, wo eben einige Sachen doch billiger waren, zum Beispiel Feta und Oliven.

Ellen mit Tochter Samira und Astrid trudelten um 17 Uhr erst ein, sodass wir heute überhaupt nirgends mehr hinfuhren, sondern einfach nur kochten und ratschten. Und Knoten übten.

 

Sonntag, 30. Oktober 2016

Athen - Athen

halbsonnig, 20° 4sm/4:50h

Name B/H Liegegeld Strom Wasser Duschen

Marina Alimos Hafen 

    • Bemerkung  Heimathafen

Einen Tag Segelschule hatte ich meinen Neulingen versprochen und darum wurden zuerst die Knoten wiederholt, die am Vorabend gelernt worden waren. Webleinstek, Palstek und Belegen der Klampe. „Oh, meine Damen, ihr seid wirklich sehr begabt!“

Dann liefen wir aus, ich drehte mit dem Bugstrahlruder denselben in der engen Hafengasse herum und der Platz reichte für meine 50 Fuß Länge gerade mal so aus, dass keine Nachbarn touchiert wurden. In genügendem Abstand von der Hafenmauer stellte ich den Motor ab und ließ meine Mädels erforschen, wie denn nun die Segel aus der Rolle kamen. „Ich glaub, das ist das Fädele, das man loslassen muss!“ Astrid zeigte auf die Genuareffleine.

Zwei Stunden lang übten wir Wenden und Halsen, lernten neue Wörter und Bezeichnungen und dann ankerten wir zur Mittagsbrotzeit. „Woher weißt du jetzt, dass der Anker hält?“ fragte Ellen. Alles neue Erfahrungen. Wir badeten ausgiebig, das Wasser hatte noch 22 Grad und hielten Siesta. Nachmittags gab es dann die Vertiefungsstunden in dem schönen Fach Segelmanöver und um vier legten wir ganz souverän wieder am Steg 6 in der Marina an.

Samira sprang an den Kai, nahm die Achterleinen an und gerade als wir eine freie Muringleine suchten, war Christel mittlerweile auch vom Flughafen eingetroffen und hänselte uns: „Ja was, seid ihr denn noch nicht fertig?“ Von vier Muringschnürln war nur eine brauchbar, was war denn innerhalb einer Woche mit den anderen passiert? Da hingen die drei Schiffe von George und Takis noch je an zwei Murings und nun waren drei davon total blockiert und viel zu kurz. Machte nichts, am Ende hatten wir die ALMOST FREE schön geparkt und vertäut und konnten uns ans Kochen machen. Es gab Doraden mit Kartoffeln und Salat. Saulecker, wie der Holländ so sagt.

 

Montag, 31. Oktober 2016

Athen - Poros

bewölkt, 18° 4sm/4:50h

Name B/H Liegegeld Strom Wasser Duschen

Poros-Stadt Hafen 0 keinen genommen -

    • Bemerkung  guter Ankerhalt, wenn genug Kette gesteckt ist.

Heute ging’s richtig los mit unserer Reise: es pfiff ein munterer Nord mit 25 Knoten, wir zogen uns warm an, setzten nur die Genua und ließen uns Richtung Südwesten schieben. Das Vorsegel auf einem Schiff mit 50 Fuß Länge ist schon ein gewaltiger Lumpen und allein das Reffen forderte viele kraftvolle Umdrehungen auf der Winsch, aber meine Frauen schafften das gut. Was manche nicht so gut schafften, war, nicht seekrank zu werden. Diana nahm meinen Rat endlich doch an und legte sich ins Bett, Astrid kam am besten mit dem Ungutsein wegen der Wellen zurecht, wenn sie am Steuer stand und Ellen aß. Nur Sami las einfach in ihrem Buch.

Noch bevor die Gesichter grün geworden waren, hatten wir beschlossen, Aegina sausen zu lassen und gleich nach Poros zu segeln, diesen wunderbaren Antriebswind wollten wir heute schon mitnehmen. Bis zur Einfahrt in den See vor der Stadt waren es noch 10 Meilen und schließlich nahm Katrina Christels Angebot an, legte sich auf ihren Schoß und dämmerte vor sich hin. „Ja, jetzt wird’s besser!“ stöhnte sie.

Schlagartig war die Welle weg, als wir im See waren, den ich immer Chiemsee nenne, und die Mannschaft, halt Frauschaft war wieder soweit auferstanden, dass sie die Fender an die Reling knüpfen konnte.

Der Hafen war halb leer, aber es stand noch eine gehörige Brise Wind darauf. Zwei Versuche brauchten wir, bis der Anker weit genug vom Liegeplatz geworfen war und hielt. Am Kai gschaftelten ein paar russische Männer herum und wollten uns erzählen, wie es geht. Als dann beim zweiten Anlauf eine Heckleine falsch vorbereitet war und sich um den Heckkorb schlängelte, sprang einer dieser slawischen Yachties sogar auf unser Böötle und wurschtelte die Leine herum. Normalerweise schmeiße ich solche Leute auf der Stelle vom Boot, aber dieses Mal hielt ich mich zurück. Grantig wurde ich erst, als er mir meine Achterleine, die ich soeben vor draußen wieder zurück geworfen bekam, nehmen wollte. Höflich, aber sehr bestimmt sagte ich „Spassiba“ und machte eine Geste, die sagen sollte „Danke, aber jetzt ist’s genug mit der Dreinmischerei!“

Wir besprachen das Manöver zusammen. Katrina, die am Anker gewesen war, wünschte sich mehr Kommunikation. Wir vereinbarten weitere Handzeichen, Astrid hatte gelernt, wie die Heckleinen richtig liegen mussten und Ellen fand, wir hätten das cool hingebracht. Stimmt!

Und weil die sieben Mädels das Schiff so gut beherrschten, kochte sie für uns ein Gemüsecurry vom Feinsten. Zwei Dosen Kokosmilch verschwanden im Topf, mmmh.

 

Dienstag, 1. November 2016

Poros - Hydra

Fast sonnig, 18° 21sm/4:10h

Name B/H Liegegeld Strom Wasser Duschen

Hydra-Stadt Hafen 0 - - -

Bemerkung  zwei russische Flottillen, ich zählte über 40 Schiffe im Hafen

 

Nach einem morgendlichen Spaziergang über den Berg zum berühmten Uhrturm landeten wir am Fischmarkt. Weil der Gute aber keine Sardinen hatte, entschieden wir uns, nur eine rohe Wurst vom Metzger nebenan zu probieren. Sie entpuppte sich leider als geschmacklose, fettige, knorplige Abfallverwertung, aber für 1,70 € war uns das auch egal.

Durch den flachen Kanal von Poros steuerten wir dicht an den Murings der Yachten vorbei nach Süden und erwischten dann einen aufgeweckten Nord 4. Die Genua und das halbe Großsegel reichten, um der ALMOST FREE 6 Knoten Fahrt zu gönnen und gleich einmal ein anderes Schifflein zu überholen. Die Armada der Russenyachten segelte uns voraus.

Wir umfuhren die Nisi Tselevinia, weil wir zu faul für die Halse waren, legten erst dahinter um und bargen das Großsegel. Vor dem Wind brauchten wir es nicht, im Gegenteil, es war nur lästig, ständig aufzupassen, dass der Baum nicht umschlug. Zum Bullenstandersetzen war ich auch zu faul. Sowas. Ellen freute sich: „Das ist doch jetzt supertolles Segelwetter: schön Wind, wir werden nicht nass, keinem ist schlecht, wir singen!“

Ganz gemütlich näherten wir uns Hydra, meiner Lieblingsstadt hier in der Gegend. Wie mochte der Hafen nun voll sein, wenn schon 15 Russenboote hier eingelaufen waren? „Was, wir sollen jetzt schon die Leinen vorbereiten?“ wunderte sich Ellen. „Du wirst sehen, wir sind in zehn Minuten da und dann ist alles schon fertig.“

1500: Alle Plätze waren belegt, eine zweite Reihe Schiffsparkplätze war schon angefangen und wir hatten schon eine Stelle ausgeschaut, als das hellblaue Baggerschiff ablegte.

Ha! Das war eine Supergelegenheit. Ganz außen neben den anderen Flotillienbooten zu liegen, erwies sich als sehr komfortabel. Im Laufe des Nachmittags liefen noch 16 Schiffe einer zweiten russischen Flotille ein und ankerten sich rückwärts in letztendlich vier Reihen aneinander und ineinander hinein.

Wir kamen ins Gespräch mit einem Deutschen, oh. Einer unter der russischen Menge sprach deutsch. Er war von einem Moskauer Fernsehkanalbesitzer als Skipper engagiert worden, dessen Bekanntschaft er einmal zufällig gemacht hatte und erzählte, dass diese privaten Kanäle alle pleite sind, weil Putin einfach mal so die Werbung im Fernsehen verboten hätte. Damit war klar, dass es nur noch Staatsfernsehen gibt. Ganz ohne staatlichen Eingriff. Super, Putin!

Dieser Großmogul richtet jedes Jahr in der ersten Novemberwoche eben diese Quasiregatta aus, bei der es mehr um Spaß geht. Das wurde klar, als fünf Beiboote klar gemacht wurden, die dann unter lautem Anfeuern „dawei dawei dawei!“ um die Wette fuhren. Mehr oder weniger nass kamen die Ruderer vom gedachten Wendepunkt mitten im Hafenbecken wieder zurück zum Kai und wurden heftigst fotografiert. Drei Mal ging das so und dann kam das Finale.

Um halb fünf öffnete der Metzger meines Vertrauens seinen Laden und verkaufte uns ein schönes Stück Lammschulter und 400 Gramm Rind für die, die sich Lammbraten nicht vorstellen konnten. Christel und ich errichteten einen Berg Gemüse, brieten das Fleisch an und schoben alles in den Ofen. Die Kartoffel in Herzform sparten wir für später auf. Dann liefen wir auch ein bisschen durch den Ort und schauten auch kurz beim Juwelier meines Vertrauens vorbei.

Dann schleckten doch alle sieben Damen am Lammfleisch und aßen das Rind nur, weil es halt da war. Siehste, Lamm schmeckt doch! Gott sei Dank machten die vielen Menschen (98% Männer) abends keinen Radau, Glück gehabt!

 

Mittwoch, 2. November 2016

Hydra – Poros/Barbarinabucht

Sonnig, 18° 22sm/4:50h

Name B/H Liegegeld Strom Wasser Duschen

Ormos Barbarina Bucht - - - -

Bemerkung  so schön ruhig und ganz allein

 

Ich zählte über vierzig Yachten im kleinen Hafen von Hydra, als ich mit der Kaffeetasse in der Hand ein Stück die Treppen hoch gestiegen war und schön von oben auf das Gewusel schaute. Um zehn Uhr kam Bewegung in den Haufen und einer nach dem anderen löste die Leinen und zog den Anker hoch. Manche davon hatten sich in andere Ankerketten verliebt und waren nur mithilfe einer Leine zu überreden, sich zu verabschieden, aber das ging alles sehr unaufgeregt vonstatten. Um elf waren meine Mädels dann auch alle wieder an Bord und wir verließen Hydra in den sonnigen Mittag hinein. „Ah, mein Bikini!“ schrie Ellen. „Ach lass doch!“ „Neiin, ich brauche das Oberteil doch noch!“ Mit dem Bootshaken fischte Ellen ihr lilanes Kleidungsstück aus dem Hafenbecken.

„Habt ihr das gestern mitgekriegt? Drei Männer einer Yacht haben sich in Hydra drei Zimmer genommen. Damit sie endlich einmal bequem schlafen .können.“

Kein Wind. Wollten wir denn nicht sowieso baden? Eine Meile vor Hydra tauchten dann nacheinander sechs Luxusköper ins tiefblaue Wasser, nur Sami las lieber ihr Buch weiter.

Dann gab es eine Riesenschüssel Salat und geröstete Kichererbsen, um sich die windlose Zeit zu verkürzen und um viertelnachzwei hob dann Äolus an, uns mit schönem Südwest 4 sieben Knoten Fahrt zu schenken. Danke sehr! Das Warten hatte sich gelohnt. Nur unsere Servicebatterie fand es nicht so toll, dass wir seit Montag nur 2,5 Motorstunden zum Strommachen motort hatten. Ich schaltete eben den Kühlschrank aus.

Sami steuerte uns dann die letzte Stunde in die Bucht Barbarina auf der Nordseite von Poros. Die Segel halfen dann nicht mehr wirklich. „Leute, Groß rein!“

Kurz vor der auserkorenen Bucht war dann auch die Genua geborgen. Geborgen in ihrer Rolle. Sami leitete die ALMOST FREE in die tiefe Bucht, dann drehten wir um 180 Grad herum, ließen den Haken runter und Sami fuhr denselben rückwärts ein. Manöver beendet, Feierabend.

Ellen und Astrid schwammen an Land, die Abendsonne schien noch golden, aber schwach, Katrin kochte mithilfe von Diana und Sami, alle Mädels waren glücklich und beschäftigt. Es gab Reis auf persisch. Wie das geht? Unter den Reis kommt Öl, dann Kartoffelscheiben und darauf erst der Reis. Dann kann er unten nicht ankleben und die Kartuschkis sind auch gleich noch mit dabei. Auf dem Gemüseberg thronten riesige Fleischpflanzl, die Katrina morgens noch beim Metzger meines Vertrauens in Hydra gekauft hatte. Wir haben uns fast überfressen.

Sami staunte: „Habt ihr gesehen, wie das Wasser grün schimmert, wenn das Mondlicht draufscheint?“ Das Plankton kann man nur sehen, wenn es sonst komplett dunkel ist. „Wie dunkel es hier ist!“ „und einsam!“ Astrid und Ellen freuten sich. „Da ist die Kassiopeia!“ Die Sterne zeigten sich so zahlreich samt Milchstraße, so deutlich hatte ich sie auch lange nicht gesehen. Und die anderen schon dreimal nicht, weil von Deutschland aus so viel Lichtverschmutzung ausgeht, dass sich die Strahlemänner am Firmament einfach verstecken.

 

Donnerstag, 3. November 2016

Poros/Barbarinabucht -Aegina

Sonnig, 20° 26 sm/5:00h

Name B/H Liegegeld Strom Wasser Duschen

Aegina Hafen - - - -

Bemerkung  letzter Tag der Russenregatta, Fest bis drei, laut.

 

Das war unser zauberhaftester Morgen auf dieser Reise. Absolute Ruhe bis auf den Hahn, der mich geweckt hatte, glattes Wasser, die Sonne erklomm die Hügel, ein Kaffee in der Hand. Wir ließen uns Zeit, schwammen, wuschen die Haare und brachen erst um halb elf Uhr auf. Der Weg nach Ägina war ja nicht weit.

Mit unglaublicher Langsamkeit segelten wir aus der Bucht und immer weiter Richtung Norden. Weil es gerade so schön ruhig war, schnipselten Katrina und ich den großen Krautkopf, der seit Samstag schon mit an Bord war. Mit Salz und Öl durften die Weißkrautschnipsel in der riesigen blauen Schüssel ruhen.

Unter uns war etwas los! Es musste eine Treibjagd sein, weil die Fische nur so aus dem Wasser sprangen, um sich zu retten vor dem bösen Jäger. Astrid freute sich: „Fliegende Fische hab ich ja noch nie gesehen!“ Des einen Leid, des anderen Freud.

Delfine!! Christl hatte bei der Passage Aegina-Moni die netten Zeitgenossen erspäht und freute sich wie ein Schellnkönig darüber, wie man in Bayern so sagt.

Alle Mädels hechteten nach ihren Kameras und versuchten, die Silhouetten der Tiere über Wasser einzufangen, ich sah sie mir lieber gleich en natüre an.

Gibt’s das! Meine Damen, diese Frischlinge, hatten in einer Woche das volle Programm erlebt und das noch in der richtigen Reihenfolge, dank sei Gott oder der Göttin und anders herum.

Der Hafen war schon voll, die Yachten unserer russischen Freunde ankerten schon in der dritten Reihe, aber ein Platz am äußersten Steg war noch frei. Als wir rückwärts dort ankamen, warnte der Nachbarskipper, dass es hier sehr flach sei. Oops, stimmt. Ich schaute ins Wasser und schätzte zwei Meter Tiefe; noch gut fünf Meter Entfernung zur Mauer. Gemeinsam mit dem seemannschaftlich gut aufgestellten Skipper machten wir die Leinen auf Entfernung fest, setzten den Anker durch und bastelten eine Seilfähre mit dem Beiboot. Ein Blick auf Wasserspiegelhöhe: unter dem Ruderblatt waren noch dreißig Zentimeter, das reichte für den Moment.

Wir schwärmten aus. Also, wir booteten uns aus. Mit drei Heckleinen fixiert lagen wir gut. Pistazien! In Aegina werden sie plantagenmäßig angebaut. Fischmarkt. Busfahrplan. Am nächsten Morgen wollten wir einen Ausflug machen.

Zurück am Schiff schlug Christel vor: „Du hast doch eine Lotleine, sollen wir nicht mal…“ Ja, klar! Das mir das nicht eingefallen war! Das Bleigewicht saß am Boden auf, die Leine war 2,3 Meter abgetaucht, das gefiel uns. Warum? Unser Kiel maß 2 Meter, dann musste das Ruderblatt etwas weniger haben und drum waren noch gut 50 Zentimeter unter demselben. Alles gut.

Katrina kochte schon wieder. Spaghetti mit Hackfleischsoße. „Wo hast du jetzt das Fleisch her?“ „Das hat mir der Metzger in Hydra förmlich aufgedrängt!“ Keep smiley.

Es hätte ruhig werden können, aber am letzten Tag der Russenregatta ließen es die Crews der 16 Yachten noch einmal richtig krachen. Die Discomusik oder besser –krach dröhnte bis nachts um drei den lauschigen Hafen zu.

 

Freitag, 4. November 2016

Aegina - Athen

halbsonnig, 20° 15sm/4:50h

Name B/H Liegegeld Strom Wasser Duschen

Marina Alimou Heimathafen - - - -

 

Per Beibootfähre hangelten sich seven ladies hinüber an die Mole. Um 1015 ging der Bus zum Tempel der Aphaia, der Lokalgöttin von Aegina. Dank Freundin Sabine und deren Reiseführer im Juli diesen Jahres überhaupt erst entdeckt, hatte ich dieses Zeugnis der Antike in mein „Reiseprogramm“ aufgenommen. Der alte Bus der Stadtwerke Köln oder so - „Niederflurbus“ stand groß über den Türen - schnaufte über die Serpentinen der Insel und spuckte uns nach einer halben Stunde Fahrt am besterhaltendsten Tempel Griechenlands wieder aus. 2 Euro. Für drei Euro durften wir dann das Tempelgelände betreten. Dieses Tempelgelände, 1812 von König Ludwig, dem ersten gekauft, ist wirklich ein Ort der Stille, keine Menschen da und das war auch im letzten Juli so, wo ich etwas mehr über die Geschichte geschrieben habe. Und weil das kleine Grundstück den Bayern gehört hatte, weilen die interessanten Steine von hier in der Glyptothek in München. Tja, so geht’s.

Wir unterhielten uns über die Götterwelt in griechischen Landen. Ellen las aus ihrem Büchlein vor und manche von uns lauschten, auf einem Säulenbruchstück vor dem Tempel sitzend, Piräus im Auge. „Da gibt es Kronos, den Gott der messbaren Zeit und Kairos, das Pendant der gefühlten Zeit.“ Ist der Mensch also beschäftigt, gefordert, glücklich oder sonstwie im Leben, überholt Kairos den Kronos. Ist ihm langweilig und die Stunden ziehen sich, liegt Kronos vorne, so ungefähr.

Unsere ALMOST FREE lag immer noch friedlich auf ihren 2,50 Tiefe, das Ruderblatt Aug in Aug mit dem Hafenboden, wir fährten uns im Beiboot aufs Schiff zurück und die letzten machten die Leinen los.

„Noch ein letztes Mal baden?“ fragte ich. Am Leuchtfeuer im Nordwesten Aiginas ließ Katrina den Haken auf einen hellgrünen Fleck fallen und schon waren alle über 30 im Wasser.

„Ich glaub‘s ja nicht! Am letzten Tag noch in der Sonne mit neun Knoten segeln, das ist doch echt der Wahnsinn!“ Ellen strahlte am Steuer. Der Nixwind hatte auf vier zugenommen und bei halbem Wind rauschte die Bavaria 50 dahin wie ein feuriger Araber. Ich mag das Schiff immer mehr. Die Sonne ging glutrot unter, eine halbe Stunde vor unserer Marina war es dunkel und ich schaltete die Positionslichter an: Das letzte Highlight des Törns: Nachtfahrt!.

„Seht ihr das grüne Hafenlicht? Da müssen wir hin!“ Rückwärts in die Hafengasse lotste ich die Bavaria50, das lange Teil und parkte die ALMOST FREE am Stammplatz unter tätiger Mithilfe meiner Crew. Meine Mädels hatten in dieser Woche allesamt die Prüfung zum Bootsmann bestanden, grins.

Astrid wärmte alle Reste aus dem Kühlschrank auf und kochte noch einen Pott Kartoffeln dazu, damit auch bestimmt alle satt wurden. Katrina wünschte: „Schmatznego!" Das ist: Lasst es euch schmecken“ auf polnisch. Geschrieben ist das natürlich grottenfalsch. Tante Google sagt, dass es so geschrieben wird: Smacznego

γειά σας (Jassas)

 

      • Schiff:  Bavaria 50 ALMOST FREE
      • Route:  Athen –Poros – Hydra – Poros Ormos Barbarina – Aegina - Athen
      • Seemeilen:  106, davon 98% gesegelt
      • Motorstunden:  4,6 (Reaktion Georgio: „Seid ihr gepaddelt?“)
      • Bordkasse:  71 € pro Nase